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Der Wolf zurück im Sauerland

Auch in den Wälder des Sauerlands streift der Wolf wieder umher.

Der Wolf ist ein Tier, über das es nahezu unendlich viele Mythen und Geschichten gibt. Egal, ob als Bösewicht in Märchen wie dem „Rotkäppchen“ oder als treuer Wegbegleiter in modernen Serien wie „Game of Thrones“: Der Wolf hat schon immer ein großes Interesse geweckt – sowohl im Positiven wie auch im Negativen. Denkt man an den Wolf und seine Verbreitung, denkt man wahrscheinlich erstmal an andere Länder als an Deutschland. Im 19. Jahrhundert wurde er in Deutschland schließlich ausgerottet. Doch Anfang des 21. Jahrhunderts hat sich das wieder verändert: Der Wolf ist zurück in Deutschland. Nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) lebten im Monitoringjahr 2022/2023 wieder 184 bestätigte Rudel, 47 Paare und 22 territoriale Einzeltiere in Deutschland. Auch im Sauerland, ein Gebiet, in dem wir mit unserem Projekt „Wir im Wald“ aktiv sind, sorgt der Wolf mittlerweile für Aufsehen.

Wie tickt der Wolf?

Laut einem Medienbericht wurde mindestens ein Wolf im Hochsauerlandkreis gesichtet. Doch sind diese Tiere eine Gefahr für Waldbesucher? Dazu schreibt die DBBW auf ihrer Website, dass Wölfe „von Natur aus vorsichtige Tiere“ sind, welche die Begegnungen mit Menschen normalerweise meiden. So gehe von einem wildlebenden Wolf in der Regel keine Gefahr für einen Menschen aus. Außerdem seien Berichte aus früheren Jahrhunderten über Angriffe zum größten Teil auf tollwütige Wölfe zurückzuführen, während Fälle, in welchen Wölfe Menschen angriffen, um sie zu fressen, als extreme Ausnahmen betrachtet werden können. Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass direkte Begegnungen von Mensch und Wolf ohnehin sehr selten sind. Völlig ausschließen könne man eine solche Begegnung allerdings nicht. Deshalb gibt die DBBW Anweisungen, wie man sich in einem solchen Fall am besten verhalten sollte. Das Wichtigste sei stehen zu bleiben und Abstand zu halten. Wenn man sich aus der Situation entfernen möchte, solle man nicht einfach davonlaufen, sondern langsam rückwärtsgehen, während man laut spricht. Sollte der Wolf nicht weglaufen oder sich sogar nähern, wird empfohlen anzuhalten, zu schreien und in die Hände zu klatschen. Um den Wolf einzuschüchtern, könne man sich außerdem groß machen und etwas nach ihm werfen.

Landwirte im Hochsauerlandkreis in Sorge

Während die Gefahr des Wolfs für uns Menschen also eher als gering eingeschätzt werden kann, sieht das für Nutztiere von Landwirten anders aus. Laut einer Statistik der DBBW wurden innerhalb Deutschlands in 2022 fast 4500 Nutztiere von Wölfen getötet oder verletzt. 2016 lag diese Zahl noch bei knapp über 1000 Nutztieren. Es sind auch solche Zahlen, die Landwirte aus dem Hochsauerlandkreis nun dazu bewegt haben, eine Plakataktion gegen den Wolf zu starten. Christian Otto vom Landwirtschaftlichen Kreisverband fordert in einem Bericht des „Radio Sauerland“, dass ein Wolf geschossen werden dürfen sollte, wenn er sich einer Weide auffällig nähere. Dazu müsste allerdings das EU-Recht gelockert werden, was die Landwirte laut dem Bericht nun auch fordern. Mit Hilfe der Plakataktion solle die Politik darauf aufmerksam gemacht werden. Auch der Landesjagdverband NRW soll dieser Forderung positiv gegenüberstehen, so der Bericht. Demnach denkt Nicole Heitzig, Präsidentin des Landesjagdverbands, nicht, dass Zäune die Wölfe aufhalten, wenn diese Beute wittern. Sie würden sie überspringen oder unterbuddeln. Auch weil eingezäunte Bereiche Wildtiere in ihrem Wanderverhalten stören, hält sie eine bedarfsgerechte Bejagung des Wolfs für sinnvoll.

Wie reagiert Nordrhein-Westfalen?

Nach Angaben des Bundesministeriums für Naturschutz ist es derzeit so, dass für das „Wolfsmanagement“ die einzelnen Bundesländer verantwortlich sind. In NRW, so das Landesamt für Naturschutz Nordrhein-Westfalen auf seiner Website, sollen demnach alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden, um „verhaltensauffälligen“ Wölfen wirksam zu begegnen. Dazu zähle als letztes Mittel auch der Abschuss. Eine weitere Maßnahme, die das Umweltministerium NRW bereits im September 2023 ergriffen hat, ist das märkische Sauerland als Wolfsgebiet auszuweisen. Hier wurde im Rahmen des Wolfsmonitorings mehrfach ein weiblicher Wolf nachgewiesen. Das ermöglicht es in diesem Gebiet ansässigen Tierhaltungen mit Schafen, Ziegen sowie Gehegewild, Förderungen für den Erwerb von Elektrozäunen sowie die wolfssichere Optimierung bestehender Zäune zu erhalten. Auch die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden kann finanziell unterstützt werden.

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Sollten die Gesetze zum „Entnehmen“ einzelner Wölfe gelockert werden, um Nutztiere zu schützen?

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