Herzliche Einladung zur Fishbowl-Diskussion heute! Teilnehmen können Sie auch online - ganz einfach per WhatsApp-Chat: Klicken Sie auf den Chat-Button unten und Sie werden Teil unserer Diskussionsgruppe. Sie können die Diskussion verfolgen (die wir in Echtzeit für Sie zusammenfassen) und Sie können Fragen stellen, die wir in die Diskussion mit den Experten und Gästen einbringen und beantworten. Machen Sie mit und probieren Sie es aus, wir freuen uns auf Sie!

Mehr Verständnis im Wald – Dein Praxisguide für Konfliktlösungen

Maja Pieszkur

Wenn unterschiedliche Interessen im Wald aufeinandertreffen, entstehen schnell Konflikte. Der Handlungsleitfaden des Projekts „Wir im Wald“ zeigt praxisnah, wie erholungsbasierte Nutzungskonflikte erkannt, verstanden und konstruktiv entschärft werden können.

Von September 2022 bis Januar 2026 hat das Projekt “Wir im Wald” in vier Fallregionen untersucht, was die jeweiligen Konflikte im Wald ausmacht, und kommunikative Strategien getestet. Ob in Freiburg, wo Radfahrende und Wandernde um Raum konkurrieren, am Rangsdorfer See südlich von Berlin mit wiederholten Regelverstößen im Wald oder am Rothaarsteig im Sauerland, wo Waldbewirtschaftung und Erholung aufeinandertreffen – Nutzungskonflikte im Wald haben viele Gesichter. Auf dem Hirschberg am Tegernsee stellt sich zusätzlich die Frage nach der Balance zwischen Artenschutz und Wintersport.

Was erwartet Sie im Handlungsleitfaden?

Acht Kapitel, die Theorie und Praxis verbinden. Nach einer Einführung werden in den Kapiteln 3 bis 7 zentrale Erkenntnisse aus dem Projekt „Wir im Wald“ verständlich erklärt und in konkrete Tipps für den Umgang mit Nutzungskonflikten übersetzt. Den Abschluss bildet ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen. Der digitale Handlungsleitfaden übersetzt die Erkenntnisse aus dem Projekt in die Praxis. Er zeigt, wie Konflikte besser eingeordnet werden können, welche Kommunikationsansätze sich bewährt haben und wie sie konkret umgesetzt werden. Dabei werden auch die Gedanken hinter den Empfehlungen verständlich gemacht.

Waldnutzende müssen zusammenarbeiten, um die im Wald existierenden Konflikte langfristig zu lösen. Die Deliberation ist dafür ein wichtiges Dialogverfahren, das sich für solche Fälle sehr gut eignet. Was dieser kompliziert klingende Begriff bedeutet und wie das Verfahren aussehen soll, erklärt diese Video genauer:

Im Folgenden bekommen Sie einen kurzen Einblick in alle bereits veröffentlichten Kapitel.

3. Waldspaziergänge und andere Diskussionsrunden

Am besten funktioniert die Deliberation, wenn man direkt miteinander redet. Eine Moderation führt in das Thema ein, sorgt für einen fairen Ablauf und erinnert bei Bedarf an das Ziel der Diskussion. Die Teilnehmenden bekommen die Gelegenheit, ihre Sichtweise zu erläutern und die anderen Konfliktparteien zu verstehen. Es entsteht ein Raum, in dem Fragen gestellt und Vorschläge gemeinsam bewertet werden.

Besonders anregend können Gespräche direkt am Ort des Geschehens in Form eines Waldspaziergangs sein. Im „Wir im Wald“-Projekt wurde zudem ein weiteres Diskussionsformat getestet: die Fishbowl-Diskussion – eine besondere Form der Podiumsdiskussion, in der das Publikum nicht nur Fragen stellen darf, sondern auf Augenhöhe mitdiskutieren kann. Dafür verlegt man das Podium in die Mitte des Saals und hält im Kreis der geladenen Expertinnen und Experten leere Stühle bereit, auf die sich jede und jeder setzen darf, um etwas zur Debatte beizutragen.

Stakeholder aus Rangsdorf bei einer angeregten Fishbowl-Diskussion zur Problematik rund um Müll und weitere Regelverstöße im Rangsdorfer Wald und am See. (Foto: Wir im Wald)

4. Interviews für Blogbeiträge, Podcasts und Videos

Da persönliche Gespräche meist nur in kleiner Runde stattfinden, kann es sinnvoll sein, über Blogbeiträge, Podcasts oder Videos ein größeres Publikum in die Deliberation einzubeziehen. In diesen Formaten lassen sich die Perspektiven und Argumente der beteiligten Konfliktparteien differenziert und nachvollziehbar darstellen. So kann der aktuelle Stand der Debatte zusammengefasst werden – ausgewogen und umfassend genug, um von möglichst vielen anerkannt zu werden. Gleichzeitig bieten die Beiträge Raum, neue Vorschläge vorzustellen und ihre Stärken wie auch Schwächen offen zu diskutieren. Das Publikum kann darauf reagieren und die Diskussion online weiterführen.

5. Deliberation auf Social Media Kanälen

Soziale Medien eignen sich nur bedingt für eine vertiefte Deliberation, da sich Austausch und Dynamiken dort nur begrenzt steuern lassen. Sichtbarkeit und Reichweite hängen außerdem in manchen Fällen weniger von der inhaltlichen Qualität ab als von algorithmischen Mechanismen. Gleichzeitig ermöglichen diese Kanäle, ein großes Publikum zu erreichen und zur Beteiligung zu motivieren. Zudem lassen sich Eindrücke und Ergebnisse aus Präsenz- und Online-Diskussionen gut über soziale Medien weiterverbreiten.

6. GIS-Analyse und Besucherzählung

Geoinformationssysteme (GIS) ermöglichen eine Vielzahl an Informationen in einen räumlichen Bezug zu setzen und zu visualisieren. Wenn Sie vorhandene Daten sammeln und gegebenenfalls mit eigenen Daten ergänzen, können Sie zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen und helfen, die Ursachen und Auswirkungen von bestehenden Konflikten zu erkennen. Besucherzählungen liefern wiederum wichtige Daten über die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. So können touristische Hotspots oder stark frequentierte Bereiche identifiziert werden, die helfen, die Auswirkungen des Tourismus zu verstehen. Zählungen sind die Grundlage, um datengestützte Entscheidungen treffen zu können, beispielsweise, um die Infrastruktur entsprechend anzupassen oder Besucherströme zu lenken, um eine Überlastung der Umwelt zu vermeiden.

7. Umfragen und Analyse der medialen Berichterstattung

Neben GIS-Analysen und Besucherzählungen haben wir in jeder Fallregion auch Umfragen, Interviews und Medienanalysen durchgeführt. So konnten wir die Rahmenbedingungen von Nutzungskonflikten im Wald aus verschiedenen Blickwinkeln verstehen. Denn solche Konflikte sind vielschichtig: Menschen mit unterschiedlichen Interessen treffen aufeinander, während der Wald gleichzeitig viele Funktionen erfüllt.

Ein Projektmitarbeiter der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg bei einer Umfrage im Rahmen der Besucherbefragungen. (Foto: Wir im Wald)

Mehr zum Projekt und den vollständigen Handlungsleitfaden finden Sie auf der offiziellen Projektwebseite.

Im „Wir im Wald“-Projekt arbeiteten die Projektpartner Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR), Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) und die Bodensee-Stiftung zusammen. Das Projekt wurde von September 2022 bis Januar 2026 durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert.

Wenn du in der Zukunft nichts mehr rund um das Projekt verpassen willst, folge uns auf Instagram (@wirim_wald) oder Facebook!

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